SIRUI Aurora 35mm F1.4 für Nikon Z8: Das unterschätzte „Objektiv des Jahres"

SIRUI Aurora 35mm F1.4 für Nikon Z8: Das unterschätzte „Objektiv des Jahres"

LuoZiva |

An der Nikon Z8 – einer spiegellosen Vollformatkamera mit 45,7-Megapixel-Stacked-CMOS-Sensor und schnellem Serienbild-Modus – ist das SIRUI Aurora 35mm F1.4 ein natives Z-Mount-Autofokus-Objektiv, das sich an Fotografen richtet, die Porträts, Street- und Reisefotografie machen. Vor diesem Test hatte der Tester dieses Objektiv gar nicht auf dem Schirm. Erst als er sich mit dem optischen Design befasste, bemerkte er, wie sehr die Bildwirkung an eines seiner absoluten Lieblingsobjektive erinnerte – und genau diese Entdeckung wurde zum Ausgangspunkt für diesen Testbericht.

SIRUI Aurora 35mm F1.4 im Praxistest: Von Landschaften bis Porträts in Irland

Der Tester versteht sich nicht als Landschaftsfotograf, doch während einer Reise nach Irland montierte er das SIRUI Aurora 35mm F1.4 (Nikon-Z-Mount-Version) an seine Hauptkamera, die Nikon Z8, und setzte es von morgens bis abends unterschiedlichsten Motiven aus: Landschaften am Straßenrand, Schafe und Hütehunde auf den Feldern, ein Vogel am Himmel, spontane Familienmomente und einige formelle Porträtsessions mit Models. Sein Urteil fiel unverblümt aus: Die Landschaftsaufnahmen selbst waren nichts Besonderes, aber an seiner Z8 lieferte das Objektiv eine tadellose Leistung – so tadellos, dass er es kurzerhand zu seinem „Objektiv des Jahres" erklärte.

Die Porträtsessions beschrieb er als Erfahrung des „Überraschtwerdens, Aufnahme für Aufnahme". Um die gewünschten Bilder zu bekommen, gab er den Models kleine, spontane Anweisungen – den Saum einer Jacke noch etwas mehr aufflattern lassen, verirrte Haarsträhnen aus dem Gesicht streichen, den Blick leicht zur Seite lenken oder mit gefalteten Händen und ernster „American-Gothic"-Miene posieren. Genau an solchen improvisierten, spontanen Anpassungen misst er, ob ein Autofokus-Objektiv wirklich alltagstauglich ist: ob der Bokeh-Übergang im Sucher natürlich wirkt und ob die Augen-AF der Z8 mit diesen feinen Mikrobewegungen mithalten kann.

Insgesamt hinterließ das Objektiv bei ihm einen klaren Eindruck: Die Hintergrundunschärfe zeigt einen deutlichen Swirl-Effekt – genau der Look, den er lange gesucht, aber selten gefunden hatte. Auch Lensflares lassen sich leicht auslösen, ganz ohne die Suche nach dem richtigen Winkel oder der passenden Lichtquelle – sie entstehen natürlich und verleihen den Bildern Atmosphäre. Er machte klar, dass er „klinische" Bildwirkung nicht mag – übermäßig scharfe, charakterlose Bilder, die seiner Meinung nach oft teuer, aber langweilig sind. Diesen unperfekten, aber charaktervollen Look bevorzugt er deutlich, und der Mikrokontrast erinnerte ihn an eine Leica-ähnliche Qualität.

SIRUI Aurora vs. Sigma 35mm 1.4

In dem Moment, als er das erste Porträt mit diesem Z-Mount-Objektiv aufnahm, dachte der Tester sofort an ein anderes Objektiv – das klassische EF-Mount-Sigma 35mm F1.4, das er als das meistgenutzte Objektiv seiner Karriere bezeichnet. Er beschrieb das Gefühl als fast augenblickliches Wiedererkennen: „In dem Moment, in dem ich den Blendenring auf F1.4 drehe, kommt dieses vertraute Gefühl von Tiefe und Freistellung des Motivs sofort zurück." Selbst wenn er aus praktischen Gründen auf F2 oder F2.8 abblendete, blieb diese verträumte Qualität erhalten – etwas, das ihm im Gedächtnis blieb und auf dem hochauflösenden Sensor der Nikon Z8 noch deutlicher zur Geltung kam.

Optisch zeigt sich bei offener Blende eine leichte Vignettierung, die sich aber ab etwa F2.5 auflöst – ein Verhalten, das für die meisten lichtstarken Objektive typisch ist, selbst für Top-Modelle. Für den Tester macht genau diese leicht unperfekte, aber charmante Bildwirkung den Reiz des SIRUI Aurora im Vergleich zum Sigma aus – kein Objektiv, das klinische technische Perfektion anstrebt, sondern eines, das mit Gefühl abbildet.

SIRUI Aurora 35mm F1.4: Handling, Verarbeitung und lohnt sich der Preis von €649

Im tatsächlichen Handheld-Einsatz an der Z8 verfügt das Objektiv über einen IRIS-LOCK-Knopf, einen AF/MF-Schalter und weitere übliche Bedienelemente. Die Metallverarbeitung mit Wetterdichtung passte, so seine Worte, fast nahtlos zu seiner Nikon Z8 – er hob besonders hervor, wie ähnlich sich die Verarbeitungsqualität beider Geräte anfühlte. Ebenso offen sprach er über zwei Schwächen: Da er keinen 62-mm-Filter zur Hand hatte, konnte er die Videoleistung des Objektivs an der Z8 nicht testen; außerdem entsprach das „Klick"-Gefühl des Blendenrings nicht ganz seinem Geschmack, wobei er betonte, dass dies eher eine subjektive Vorliebe als ein echter Mangel sei.

Angesichts des offiziellen Verkaufspreises von €649 empfand der Tester die gebotene Bildqualität als „schwer zu schlagen". Halb im Scherz sagte er, er fühle sich, als würde er „ein Geheimnis verraten" – als sei dieses Objektiv bisher ein still gehütetes Kleinod in einem kleinen Kreis gewesen, das er nicht länger für sich behalten wolle. Zu diesem Preis hält er es für eine überzeugende Wahl für Besitzer einer Nikon Z8, die ein 35-mm-Objektiv mit eigenem Charakter suchen, ohne dafür ein Cine-Objektiv-Budget aufzurufen.

Fazit

Die Empfehlung des Testers: Wer mit einer Nikon Z8 (oder einem anderen Z-Mount-Body) fotografiert und den Komfort eines modernen Autofokus schätzt, sich aber auch ein Objektiv mit Charakter statt rein „klinischer" Bildwirkung wünscht, sollte dieses Objektiv ernsthaft in Betracht ziehen. Wer dagegen absolute, lehrbuchmäßige Schärfe bevorzugt, sollte sich lieber nach anderen Optionen umsehen. Er empfiehlt außerdem, das Objektiv vor dem Kauf zu mieten und selbst auszuprobieren, da jeder einen anderen Begriff von einem „schönen" Bild hat.

Zusatzinfo: Das Objektiv ist derzeit in den Anschlüssen E (Sony), Z (Nikon), L (L-Mount Alliance) und X (Fujifilm) erhältlich, mit einem 62-mm-Filtergewinde.

Diese Rezension basiert auf den Praxiserfahrungen eines Dritten beim Fotografieren/Filmen.→ https://www.youtube.com/watch?v=6-dmuUk00N0

 

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