SIRUI Vision Prime 15mm T1.6 Review: Das Weitwinkel-Cine-Objektiv, das uns überrascht hat

SIRUI Vision Prime 15mm T1.6 Review: Das Weitwinkel-Cine-Objektiv, das uns überrascht hat

LuoZiva |

Als SIRUI seine Vision Prime Cine-Objektiv-Serie um drei neue Brennweiten erweiterte – ein 15mm, ein 75mm und ein 150mm – wirkte das Update auf dem Papier nicht wie eine dramatische Neuausrichtung. Doch für einen Tester, der die neuen Objektive im Vergleich zum ursprünglichen Kit aus 24mm, 35mm und 50mm ausprobierte, war es am Ende das 15mm, das den stärksten Eindruck hinterließ – und das aus Gründen, die er so nicht erwartet hatte.

Die Vision Prime Serie wird erweitert

Das ursprüngliche Vision Prime Kit – 24mm, 35mm und 50mm – kam als Einsteiger-Set für Filmemacher für rund €1.779,00 auf den Markt, aufgebaut um ein zentrales Merkmal: ein wechselbares Anschlusssystem. Ab Werk werden die Objektive im Sony E-Mount ausgeliefert, lassen sich aber auf Nikon Z, Canon RF oder Leica L umrüsten – ein Wechsel der Kamera bedeutet also nicht, die Objektivsammlung von vorn beginnen zu müssen.

Mit dem 15mm (€739), dem 75mm (€739) und dem 150mm (€739) – auch als Dreier-Set für €2.159 erhältlich – umfasst die Serie nun sechs Brennweiten, vom Ultra-Weitwinkel bis zum langen Teleobjektiv. Für alle, die die ursprünglichen drei bereits besitzen, verändert das neue Set nicht den Look des Systems, sondern schließt lediglich die Lücken im Brennweitenbereich. Der Tester erhielt das 15mm und das 75mm zur Prüfung – bewusst gewählt, weil sie genau die beiden Lücken schließen, die in einem Arbeits-Kit am meisten fehlen: eine super-weitwinklige Option und eine etwas längere, komprimiertere Brennweite für engere Bildausschnitte.

 

Praxistest mit dem 15mm T1.6

Das 15mm ist ein T1.6-Objektiv mit einer minimalen Fokussierdistanz von etwa 0,3 Metern und einem 77mm-Frontfiltergewinde. In der Praxis eröffnete diese Kombination zwei sehr unterschiedliche Aufnahmesituationen im Test.

Im Freien kam das Objektiv für eine niedrig angesetzte Weitwinkelaufnahme eines Pickup-Trucks auf offener Wiese zum Einsatz, aufgenommen mit einer Nikon-Kamera. Selbst mit Himmel und Horizont, die den Großteil des Bildes einnahmen, und tief stehender Sonne blieben die Linien im Bild gerade – keine auffällige Tonnenverzeichnung an den Rändern – und die Blendenflecken der tiefstehenden Sonne waren zwar vorhanden, aber zurückhaltend statt überwältigend.

Am anderen Ende der Distanzskala nutzte der Tester das 15mm auch an seinem nächsten Fokuspunkt – 0,3 Meter –, um eine kleine Tischfigur neben einer Farbkalibrierungstafel aufzunehmen. Bei dieser Distanz und offener Blende T1.6 verschwamm der Hintergrund weich, während das Motiv scharf blieb – ein Look, den man von einem so weiten Objektiv nicht unbedingt erwartet.

Verzeichnung und Focus Breathing bei 15mm

Ultra-Weitwinkelobjektive bringen oft Kompromisse mit sich – starke Verzeichnung zu den Rändern hin oder sichtbares Focus Breathing beim Fokussieren. Die Leistung des 15mm in beiden Bereichen wurde als eine der größeren Überraschungen des Tests beschrieben. Die Verzeichnung war minimal, kaum wahrnehmbar, und auch das Focus Breathing war gut kontrolliert – nur bei genauem Hinsehen erkennbar und im normalen Drehbetrieb weitgehend unauffällig.

Diese Kombination macht das 15mm gut geeignet für Innenaufnahmen, Rauminszenierungen und jede Szene, in der die Umgebung ebenso wichtig ist wie das Motiv selbst. Die relativ kurze Fokussierdistanz erlaubt zudem eine enge Bildkomposition, während die Umgebung um das Motiv herum sichtbar bleibt.

*Foto von Will Hall

Weitwinkel vs. Teleobjektiv: Wo sich das 15mm einordnet

Im Zusammenspiel mit der übrigen Vision Prime Reihe wird die Rolle des 15mm deutlicher. Die Brennweiten 24mm, 35mm und 50mm decken den Alltag ab, während das 75mm für Kompression bei Porträts und Detailaufnahmen sorgt und das 150mm die Reichweite für speziellere Aufnahmen erweitert. Das 15mm sitzt am weiten Ende dieser Spanne – das Objektiv, zu dem man greift, wenn eine Szene eine Establishing-Aufnahme, einen ganzen Raum oder eine große Umgebung statt eines eng isolierten Motivs verlangt.

Die Bildqualität der beiden neuen Objektive entsprach insgesamt dem, was das ursprüngliche Vision Prime Set bereits lieferte: klar, scharf und eher klinisch als charakterstark. Chromatische Aberration kann in kontrastreichen, unscharfen Bildbereichen bei offener Blende weiterhin auftreten, und Lens Flares bleiben eher dezent als dramatisch – mit anderen Worten: Diese Objektive sind nicht auf ausgeprägten Vintage-Charakter ausgelegt, sondern auf kontrollierte, moderne Kino-Bilder.

Verarbeitung und Handling im Alltag

Über die gesamte Serie hinweg teilen sich das 15mm und das 75mm dieselbe solide Metallverarbeitung wie die ursprünglichen drei Objektive, erhältlich in Metallgrau oder Schwarz. Fokus- und Blendenring sind griffig, laufen geschmeidig und sind – bemerkenswerterweise – bei allen Brennweiten an derselben Position angebracht, sodass ein Follow-Focus- oder Blenden-Rig, das für ein Objektiv eingerichtet wurde, beim Wechsel auf eine andere Brennweite nicht neu justiert werden muss. Variabel ist lediglich der Abstand zur Frontlinse, was bei stangenmontiertem Zubehör wie einer Mattebox eine Rolle spielen kann.

FAQ

Welche Blende hat das SIRUI Vision Prime 15mm?

Das 15mm ist ein T1.6-Objektiv und damit die lichtstärkste Weitwinkeloption in der Vision Prime Reihe.

Leidet das 15mm bei dieser Brennweite unter Verzeichnung?

Im Test war die Verzeichnung selbst bei 15mm minimal, gerade Linien blieben bis zum Bildrand gut erhalten.

Lässt sich das Vision Prime 15mm an verschiedenen Kamerasystemen nutzen?

Ja. Wie die gesamte Vision Prime Serie verfügt es über ein wechselbares Anschlusssystem und wird im Sony E-Mount ausgeliefert, mit Umrüstoptionen auf Nikon Z, Canon RF und Leica L.

Wie groß ist die minimale Fokussierdistanz des 15mm?

Etwa 0,3 Meter – das ermöglicht eine enge Motivkomposition, während die Umgebung weiterhin sichtbar bleibt.

Authentischer Testbericht basierend auf: https://www.youtube.com/watch?v=x6ukg-JVZWw

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